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Eine
Landschaft wird als Wüste bezeichnet, wenn sie jährlich
weniger als 150 Liter Niederschlag pro Quadratmeter erhält.
Im Innern der Sahara, als größte Sandwüste der
Erde der
Inbegriff aller Wüsten, gibt es weite Gebiete, in denen es
innerhalb von 20 Jahren kein einziges Mal geregnet hat.
Trotz Hitze, Wassermangel und Lebensfeindlichkeit sind viele
Menschen von der Wüste fasziniert. Sie ist reich an Farben
und Formen, da natürliche Kräfte wie Wind, Regen und
Sonne, an ihr gestalten. Die Wüste gibt bis heute viele Rätsel
auf, der Wind verschiebt die Sanddünen jedes Jahr ein paar
Meter. Bis heute weiß man nicht welche geheimnisvollen Kräfte
und Gesetzmäßigkeiten der Sandbewegung zugrunde liegen.
Wüstentypen
Es gibt die unterschiedlichsten Klassifizierungen von Wüsten,
so unterscheidet
- der Geograph zwischen Wendekreiswüste (z.B. Sahara) und
Kontinentalwüste (z.B. Gobi),
- der Klimaforscher
zwischen Passatwüste, z.B. die Sahara und Wüsten
mit ähnlichen Windverhältnissen und der Reliefwüste.
Unter Reliefwüste versteht man Wüsten, die im Regenschatten
von Gebirgen liegen, wie zum Beispiel die Wüsten
von Colorado und Utah.
- Botaniker unterscheiden die völlig pflanzenlosen Gebiete
als Voll- oder Kernwüste, während die Gebiete
mit dünnem Pflanzenwuchs als Halbwüste,
Randwüste oder Wüstensteppe bezeichnet wird.
- Der geologischen Einteilung nach, unterscheidet man zwischen
Kies- oder Geröllwüsten, Stein- oder Felswüsten
und Sand- oder Dünenwüsten (Erg).
Entstehung von Wüsten
Wenn der Niederschlag zurückgeht,
beginnt ein Gebiet zu versteppen, Pflanzen sterben aus und die
von diesen Pflanzen abhängigen Tiere wandern ab. Durch das
Fehlen der Pflanze verliert der Boden den Halt - der Beginn der
Wüste. Auch die Sahara war einst eine blühende Landschaft,
wie Felsmalereien zeigen; sie ist vergleichsweise jung, trocknete
etwa 10 000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit aus (zum
Vgl.: die Erde entstand vor rund 5 Milliarden Jahren). Durch den
gegenwärtigen Klimatrend begünstigt, breiten sich die
meisten Wüsten unaufhaltsam aus.
Die Sahara
Die Sahara ist mit rund 9 Millionen Quadratkilometer die bei weitem
größte Wüste der Erde (zum Vgl.: die Fläche
Europas beträgt 10 Mill. km²). Die Ost-West-Ausdehnung
beträgt über 5000 km, die von Nord nach Süd etwa
1800 km (davon ca. 400 km bis zum Dreiländereck in Tunesien).
Die Sahara breitet sich jährlich um rund 10 000 Quadrat-
kilometer aus. Ein großer Teil der Sahara besteht aus felsigem
Hochland und weiten kiesbedeckten oder steinigen Ebenen; ca. 2000
km² sind Sandwüste, jedoch nicht am Stück sondern
über das ganze Gebiet verstreut. Die Sahara liegt im heißesten
Erdteil, in einem der regen- ärmsten Gebiete. Hier regnet
es oft jahrzehntelang nicht. Regentropfen verdunsten oft bereits
in der Luft.
Temperaturschwankungen in der Wüste
In "normalen" Landschaften wird ein Teil der Wärme
der
Sonne von den Wolken ein anderer vom Boden, den Pflanzen den Häusern
und Gewässern aufgenommen. Nachts entweicht die Hälfte
dieser Wärme wieder in den Weltraum, ca. 20 % werden von
den Wolken aufgehalten, weitere 20% vom Boden, Gewässern
und unserer bebauten Umwelt. Da der Himmel über der Wüste
fast wolkenlos ist und am Boden kaum Pflanzen wachsen, erreichen
die Sonnenstrahlen tagsüber fast ungehindert die Erde und
erhitzen sie auf bis zu 76° C. Nach Sonnenuntergang steigt
die erwärmte Luft wiederum wegen der fehlenden Wolken ungehindert
auf und entweicht in die oberen Luftschichten.
Oasen
Oasen entstehen, wo Quellen Wasser spenden.
Neben Flussoasen, die wie der Name schon sagt, an Flüssen
liegen, gibt es Oasen, die durch unterirdische Flüsse oder
Grundwasser gespeist werden.
Die meisten Oasen der Sahara sind Grundwasseroasen. Sie
liegen dort, wo der Grundwasserspiegel nahezu an die
Erdoberfläche tritt.
Durch
Regen erzeugtes Grundwasser spielt in der Sahara eine
geringe Rolle, die weitaus bedeutendere Grundwassermenge
stammt aus einem fossilen Grundwasservorrat, der 1947 vom
französischen Hydrologen Jacques Savornin in der algerischen
Sahara entdeckt wurde. Tief unter dem Sand liegen
kilometerdicke Gesteinsschichten, in denen fossiles
Grundwasser aus Millionen von Jahren Erdgeschichte
eingeschlossen sind. Der unterirdische Speicher breitet sich
auf einer Fläche aus, die etwa dreimal so groß ist
wie Deutschland.
Die
Oasen der Djeridregion entstanden ursprünglich durch an Verwerfungen
gebundene Quellen, an denen das Wasser durch Druck um mehrere
hundert Meter aufsteigt. Heute liegen die Oasen nicht mehr an
natürlichen Quellen, sondern an Tiefbrunnen. Der vielen Tiefbrunnen
und des hohen Wasserverbrauches wegen sinkt das Grundwasserniveau.
Schlangen und Skorpione
Schlangen und Skorpione sind wechselwarm, d.h. sie werden erst
ab einer bestimmten Umgebungstemperatur aktiv. Ist es zu kalt,
zum Beispiel im Winter fallen sie in eine Art Kältestarre.
In der Wüste Südtunesiens ist man in der Regel ab Ende
Oktober bis Ende März sicher vor Schlangen und Skorpionen.
Da es natürlich auch von dieser Regel Abweichungen geben
kann, empfiehlt es sich vor allem am Anfang und am Ende der
kalten Jahreszeit die folgenden Regeln zu befolgen:
·
Festes Schuhwerk tragen
· Schuhe, Schlafsack, etc. vor Benützung ausschütteln
· Taschen nicht offen stehen lassen
· Keine bewachsenen Plätze als Schlafplatz suchen.
Kleintiere ernähren sich von den Pflanzen
und Schlangen und Skorpione
wiederum von Mäusen und Käfern.
· Vor allem nachts Schuhe tragen und den
Weg mit der Taschenlampe ausleuchten
Quellen:
Die Zeit, Nr. 32 v. 01.08.02, Seite 30 - Weltformel für
Körnchenmuster.
Die Schotts und das Gebiet der Oasen, Hedi Ben Ouezdou.
Was ist was, Bd. 34 - Wüsten (Tessloff Verlag).
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